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Calciumcyanid
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Calciumcyanid

Handelsnamen: Aero, Cyanogas
Synonyme: Calcid, Calcyanid, Calcyan
Chemische Formel: Ca(CN)2
Molekulargewicht: 92.1
CAS-Nr.: 592-01-8
RTECS-Nr.: EW0700000
UN-Nr.: 1575
EU-Nr.: 020-002-00-5
EINECS-Nr.: 209-740-0
Gefahrensymbole:
Umweltgefahren: Schädlich für die Umwelt, vor allem für Wasser, Böden. Stark wassergefährdend (WGK 3). Meeresschadstoff.
EU Einstufung: T
UN Klassifizierung: UN Gefahrenklasse: 6.1, UN Verpackungsgruppe: I
R-Sätze: 28-32
S-Sätze: (1/2-)7/8-23-36/37-45
Arbeitsplatzgrenzwerte: TLV als CN: ppm; 5 mg/m3 (Hautresorptiv) (ACGIH 1993/94). MAK als CN: - ppm; 5 (E) mg/m3; II,1; H (1997)
Zersetzung < Schmelzpunkt bei: > 350 °C
Relative Dichte (Wasser = 1): 1.85
Löslichkeit in Wasser: Reagiert

Eigenschaften: Die weißen Kristalle oder das grauschwarze Pulver ist nicht brennbar und hat einen charakteristischen Geruch. Beim Erhitzen über 350°C zersetzt sich der Stoff und bildet dabei sehr toxische Dämpfe (Cyanwasserstoff, Stickoxide). Mit Feuchtigkeit, Kohlendioxid, sauren Salzen, Säuren und Wasser erfolgt eine heftige Reaktion, bei der brennbarer, sehr toxischer Cyanwasserstoff gebildet wird. Beim Erhitzen erfolgt mit Chloraten, Nitraten, Nitriten und Perchloraten eine heftige Reaktion. Eine Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes ist durch den Geruch nicht feststellbar.

Symptomatik: Der Stoff kann oral, über eine Inhalation oder über die Haut (Kontaktgift!!) aufgenommen werden und ätzt die Haut, die Augen und die Atemwege. Bei einer Temperatur von 20°C kommt es langsam zu einer toxischen Kontamination der Luft. Auf der Haut kommt es zu einem Juckreiz, Schmerzen, Knötchen und Verbrennungen. An den Augen führt der Stoff zu Schmerzen, Verbrennungen, einem verschwommenen Blick und einer anhaltenden Sehbeeinträchtigung. Nach einer inhalativen oder oralen Aufnahme zeigt der Patient Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrung, Krämpfe, ein Brennen im Mund, eine Gefühllosigkeit im Hals, Schweißausbrüche, ein brennendes Gefühl, eine Husten, eine Dyspnoe, eine Rotfärbung der Haut, Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit und Koma. Die Einwirkung kann letal enden. Die Symptome können verzögert auftreten. Als schlimmste inhalatorische Folge kann ein toxisches Lungenödem auftreten. Dieses ist mit Kortison, auf jeden Fall auch präklinisch, zu therapieren. Bereits nach kurzen Einwirkungen kann es zu Schädigungen des Blutes, der Atemwege, des Herzens und des Nervensystems kommen. Hohe Konzentrationen können letal wirken. Ein wiederholter oder länger andauernder Kontakt kann eine Dermatitis auslösen. Die Fortpflanzungsfähigkeit wird beeinträchtigt.

Maßnahmen: Der Patient ist mit umluftunabhängigen Atemschutz aus der kontaminierten Umgebung zu retten. Es kann notwendig werden den Patienten zu beatmen. Jeder Patient bekommt mindestens vier Liter Sauerstoff pro Minute. Kontaminierte Kleidung ist zu entfernen und die betroffene Haut ist ausgiebig mit Wasser zu spülen. Bei einer Einwirkung auf das Auge ist dieses zu anästhesieren und sorgfältig zu spülen. Bei oraler Aufnahme erfolgt nach der Antidottherapie die Gabe von medizinischer Kohle. Durch den Notarzt wird der Patient intubiert und beatmet. Als spezifisches Antidot wird 4-DMAP mit einer Dosierung von 3 - 4 mg / kg Körpergewicht streng intravenös verabreicht. Die Gabe dieses Antidots ist nur bei vorliegender Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Kreislaufstillstand indiziert. Sofort nach der Gabe von 4-DMAP, oder auch allein, wird Natriumthiosulfat 10 % bis zu 500 mg / kg Körpergewicht streng intravenös verabreicht. Besser und komplikationsärmer ist die Gabe von Cyanokit®, dass aber leider noch nicht in Deutschland zugelassen, aber erhältlich ist.  Reanimationen sind nur nach der Antidotgabe Erfolg versprechend. Alle weiteren Maßnahmen erfolgen symptomatisch.  Eine klinische Überwachung hat auf jeden Fall zu erfolgen.

Vorsichtsmaßnahmen: Offene Flammen und Funkenbildung ist zu vermeiden. Es darf nicht geraucht werden. Die Haut und die Augen sind mit geeigneten Schutzmaterialien zu schützen. Beim Personenschutz muss ein gasdichter Vollschutzanzug getragen werden. Der Gefahrenbereich ist zu verlassen und ein Fachmann (Feuerwehr) muss die Gefahr einschätzen.

[Cadmium] [Cadmiumchlorid] [Cadmiumoxid] [Cadmiumsulfid] [Calcium] [Calciumarsenat] [Calciumcarbid] [Calciumcarbonat] [Calciumchlorid] [Calciumcyanid] [Calciumhydroxid] [Calciumoxid] [Camphechlor] [Caprolactam] [Captafol] [Captan] [Carbaryl] [Carbofuran] [Carbonylfluorid] [Carbophenothion] [Catechol] [Chinolin] [Chlor] [Chloracetaldehyd] [2-Chloracetamid] [Chloraceton] [Chloracetonnitril] [2-Chloracetophenon] [Chloracetylchlorid] [Chloralhydrat] [Chloramin T] [Chloranil] [2-Chloranilin] [3-Chloranilin] [p-Chloranilin] [o-Chlorbenzaldehyd] [p-Chlorbenzoesaeure] [Chlorbenzol] [1-Chlorbutan] [4-Chlor-m-cresol] [Chlordane] [Chlordifluormethan] [Chlordimeform] [Chlordimeform Hydrochlorid] [1-Chlor-2,4-Dinitrobenzol] [1-Chlor-3,4-Dinitrobenzol] [Chlordioxid] [Chloressigsaeure] [Chlorethanol] [Chlorhalonil] [Chlormequatchlorid] [Chlormethylmethylether] [2-Chlor-1-nitrobenzol] [Chloroform] [Chloropren] [Chlorpentafluorethan] [m-Chlorphenol] [o-Chlorphenol] [p-Chlorphenol] [Chlorpyrifos] [Chlorthiamid] [Chlortrifluorid] [Chlortrifluormethan] [Chlorwasserstoff] [Cholinchlorid] [Chrom] [Chrom(VI)oxid] [Chromylchlorid] [Chrysotil] [Cismethrin] [Citronensaeure] [Citronensaeure Monohydrat] [Clopyralid] [Cobalt] [Cobalt(II)chlorid] [Cobalt(III)oxid] [Cobaltcarbonyl] [Cobaltnaphthenat] [Coffein] [Coumaphos] [p-Cresidin] [Cresol] [m-Cresol] [o-Cresol] [p-Cresol] [o-Cresylglycidylether] [Cristobalit] [Crotonaldehyd] [Crotonsaeure] [Crufomat] [Cumarin] [Cumolhydroperoxid] [Cyanamid] [Cyanazin] [Cyanogenbromid] [Cyanogenchlorid] [Cyanurchlorid] [Cyanwasserstoff] [1,3-Cyclohexadien] [Cyclohexan] [Cyclohexanol] [Cyclohexanon] [Cyclohexanthiol] [Cyclohexen] [Cycloheximid] [Cyclohexylacetat] [Cyclohexylamin] [Cyclohexylisocyanat] [Cyclopentadien] [Cyclopentan] [Cyclopentanon] [Cyclophosphamid] [Cyhalothrin] [lambda-Cyhalothrin] [p-Cymol] [Cypermethrin]

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Stand: 02. November 2007

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